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Fedor Jagor, ein Pirat der Mission

1816 in Berlin geboren zog Fedor Jagor in die weite Welt und seine Reisen nach Asien besonders in die Philippinen erregen heute noch Aufsehen. Die Philippinen, mindestens viermal von fremden Kulturen kolonisiert und ausgebeutet, hat Jagor untersucht, inwieweit sich die Menschen und die Kultur durch die Kolonisierung vor allem durch den Westen verändert haben. Die Philippinen waren eines der reichsten Länder der Welt, heute sind sie das Armenhaus in Asien.

Die Trägheit der Philippino

Jagor schreibt auch in einem Buch von den Begegnungen mit Menschen in Manila und auf dem Land. So wollen wir von zuhause bequem im Sessel hier in dem Text lesen, wie die Welt ausserhalb von Europa aussieht. Ursache für die Reisen nach Asien war vor allem die Literatur aus Europa. Fedor Jagor ist aufgefallen, es soll sowas auch heute noch geben, in wievielen Büchern Asiaten und vor allem Philippinos beleidigt werden. In England war damals das Buch erschienen: "Die Trägheit der Philippino." Und nun folgen wir dem Reisebericht von Fedor Jagor, was war vor mehr als 100 Jahren für einen Deutschen wichtig bei einer Weltreise. Zuerst fallen ihm die Erdbeben auf, das heisst jeden Tag wackeln die Lampen und die Wände. Faktisch ist es richtig, dass es auch gerade jetzt 2013 ein Erdbeben gegeben hat, das ist aber einmal im Jahr der Fall, hier steht es im Mittelpunkt vom Reisebericht.

Gottesdienste und Kirchenfeste

Der Bericht von der Ankunft auf den Philippinen beginnt mit der Schilderung einer 16 stündigen Zollkontrolle mit Einsperren und alle mitgebrachten Gegenstände mussten von Jagor beim Zoll hinterlassen werden. Aus Sicht von Jagor lebten damals in Manila Spanier, Kreolen, Filipinos und Chinesen, von denen jede Gruppe mit den anderen Gruppen zerstritten war. Aber Fedor Jagor bewundert vor allem die botanischen Gärten der Spanier, die anderen Gruppen hätten kein Interesse an Ästethik und würden nur in den Tag leben. Manila verlassend ist Jagor vor allem begeistert von den Gottesdiensten und Kirchenfesten, die es in jedem Dorf und in jeder Stadt einmal im Jahr gibt, so wie das Oktoberfest in München. Sein nächstes Erlebnis, auch das wird ausführlich beschrieben, sind die Räuber und die Überfälle auf den Philippinen. Jagor beschreibt auch ausführlich die Gefängnisse. Mit Paters also Mönchen war Jagor unterwegs, die beim Klettern in den Bergen und an den Vulkanen gegen die Flüche der Berggeister arbeiteten, so gesehen eine der Aufgabe der Kirche auf den Philippinen.

Das einzige katholische Land in Asien

Auf den Philippinen sei, laut Jagor, der einzige weisse Mann der Pater. Und so würde sich jeder Pater auf Besuch aus dem Westen freuen und so würde jeder Gast aus Europa vom Pater immer fürstlich verwöhnt. Bei den Einheimischen seien die Pater sehr beliebt, weil sie Strassen und Brücken bauen liessen für das philippinische Volk. Fedor Jagors Hobby auf den Philippinen war der Kakaoanbau. Er zog die Pflanzen, ging gegen Unkraut vor und kochte aus den Pflanzenprodukten Kakao für sich selbst. Für die Reise auf den Philippinen empfiehlt Fedor Jagor, sich von einem Pater führen zu lassen. Dann würde der Reisende nie Probleme mit Einheimischen bekommen und der Pater würde alles organisieren für den Fremden. Auch heute noch sind die Philippinen das einzige katholische Land in Asien. Und so entwickelt sich die Reisereportage aus der Zeit des 19. Jahrhunderts immer mehr zur einer Abrechnung gegen die Chinesen. Diese Asiaten werden immer mehr kritisiert und als Schmarotzer beschrieben. Er beschreibt aus seiner Sicht die chinesische Kultur abfällig gegenüber den Europäern mit dem Satz: "Chinesen sehen nicht ein, dass sie etwas säen sollen, was sie selbst nicht ernten können."

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